• Veranstaltung rein digital
  • Mehr als 60 Vorträge zur Entwicklung und Vernetzung mobiler Maschinen und Fahrzeuge
  • Hannover. Zwei Tage starkes Programm: Die CMM (Connected mobile Machines & Mobility) informiert am 1. und 2. Dezember in mehr als 60 Vorträgen und Gesprächsrunden über Komponenten und Kommunikationssysteme, die für die Entwicklung und Vernetzung mobiler Maschinen und Fahrzeuge erforderlich sind. Die internationale Kongressmesse wird aufgrund der anhaltenden Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Restriktionen rein digital durchgeführt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Registrierung ist erforderlich.

    Die Themen der einzelnen Sessions reichen von Automatisierung und Produktionssteuerung über Sicherheit und Künstliche Intelligenz bis zu Videoüberwachung und Embedded Systems.

    Start ist am Dienstagmorgen, 1. Dezember mit drei Keynotes, die einen Überblick über den aktuellen Stand in Sachen 5G bieten, von den politischen Rahmenbedingungen bis hin zu den technischen Releases. Die Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Elisabeth Winkelmeier-Becker referiert über "5G – Wachstums- und Innovationsmotor für die Wirtschaft." Sebastiano di Filippo, Senior Director Business Development IOT von Qualcomm Europe, erläutert, wie heterogenes Computing die Autonomie der mobilen Robotik erhöht. Sander Rotmensen, Director of Industrial Wireless Communication von Siemens, zeigt auf, wie das "industrielle 5G" mobile Maschinen und damit eine höhere Flexibilität in der Industrie ermöglicht und damit die nächste Stufe der digitalen Transformation ebnet.

    Ein wichtiges Thema im CMM-Programm sind unbemannte Systeme. Die vom Verband CURPAS organisierten Vorträge geben einen Ausblick aus Entwicklersicht und erörtern, wo Forschungsbedarfe existieren. Angefangen bei der unbemannten Luftfahrt über unbemannte bodengebundene Fahrzeuge bis hin zu unbemannten Systemen auf dem Wasser. Bei den verschiedenen Sessions werden Praxisbeispiele gezeigt sowie die technischen Anforderungen erläutert. Hierzu zählen unter anderem die Sensorik, das Datenmanagement und die Missionsplanung.

    Weitere Themen sind beispielsweise Antriebslösungen bei autonomen Fahrzeugen im Automotive-Sektor sowie die vom VDMA organisierten OEM-Sessions, die aufzeigen, dass Komponenten aus dem Maschinenbau zukünftig auch in anderen mobilen Systemen zum Einsatz kommen können. Inhalte sind unter anderem die mobile Peer-to-Peer-Kommunikation in der Fabrik der Zukunft, 5G für die mobile Robotik sowie semantische Kartierung und Navigation.

    Autonome und intermodale Verkehrssysteme sowie vernetzte Verkehrssysteme im Fahrzeugbau sind die Inhalte einer weiteren CMM-Session. Einer der Referenten ist Thomas S. Enge, CFO der SMEV AG (Smart Mobility Evolution). Enge spricht über die patentierte Technologie, die es Verkehrsleitzentralen ermöglicht, durch vernetzte Ampelschaltung die Einsätze aller Rettungskräfte um bis zu 50 Prozent zu beschleunigen. Zeitgleich erhält der Individualverkehr Informationen zur Bildung von Rettungsgassen oder zum Verlassen der Route. Das System ist bereits für den Einsatz autonomer Fahrzeuge konfiguriert.

    Die Session "OPC UA for Mobile Machines" liefert eine Einführung in den industriellen, plattformunabhängigen Kommunikationsstandard. Sie stellt die wichtigsten Stakeholder der Standardisierung vor, bietet aktuelle Informationen zur Technologie und zeigt auf, wie der Standard künftig in mobilen Maschinen zum Einsatz kommen kann.

    Der zweite CMM-Tag, 2. Dezember, startet am Morgen mit einer Keynote von Prof. Sigrid Brell-Cokcan, Direktorin des Lehrstuhls für Individualisierte Produktion an der RWTH Aachen. Brell-Cokcan forscht an neuen Kommunikationstechnologien und der Automatisierung im Bauwesen. Auf der Referenzbaustelle der RWTH Aachen wird ein erstes Living Lab für das Bauwesen und das Internet des Bauens (IoC) in Zusammenarbeit mit dem 5G Industry Campus Europe Outdoor-Kommunikationsnetz (LORA/5G) getestet. In ihrem Vortrag spricht Brell-Cokcan über "IoC- The Internet of Construction" und stellt die Frage, wo man bei der Digitalisierung des Bauwesens den Schwerpunkt setzen sollte: bei der Kommunikation, den Daten oder bei intelligenteren Maschinen?

    Weiterer Keynote-Sprecher am zweiten Veranstaltungstag ist Ewald Kuk, Vice President Product Management Industrial Communication and Identification bei Siemens. Laut Kuk hat Deutschland die Chance, den Mobilfunkstandard 5G zumindest in industriellen Anwendungen zu prägen. "Viele Länder, gerade in Europa, beneiden uns um unsere Industriefrequenz", betont Kuk. "Der Industriestandort Deutschland ist hier mit der Industriefrequenz zu vernünftigen Kosten, zusammen mit den Konjunkturprogrammen zum 5G-Ausbau im Rahmen der digitalen Transformation, auf dem richtigen Weg." Entscheidend sei, dass nun Infrastrukturen bereitgestellt werden.